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Umweltdachverband und Naturfreunde präsentieren Natura 2000-Schattenliste
Österreich muss Naturschutzpflichten erfüllen!
Umweltdachverband und Naturfreunde fordern: Rechtssicherheit im Naturschutz schaffen!
55 wertvolle Gebiete müssen nachnominiert bzw. erweitert werden.
"Mit dem EU-Beitritt hat sich die Republik Österreich verpflichtet,die Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Richtlinien umzusetzen undentsprechend Gebiete für das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura2000 zu deklarieren. Doch diese vertraglichen Verpflichtungen wurdenbis dato nur unzureichend erfüllt. Der Umweltdachverband hat deshalb in Kooperation mit ExpertInnen und mit Unterstützung der OÖ-Landesumweltanwaltschaft eine Schattenliste erstellt, die zeigt, welche Gebiete von den Bundesländern nominiert werden müssen. Österreich muss jetzt rasch handeln, denn dieEU-Biodiversitätsstrategie verlangt die vollständige undtermingerechte Umsetzung der FFH- und VS-RL bis Ende 2012", sagt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.
Studie des UWD bringt Vorschläge für 55 Gebietsnominierungen und -erweiterungen.
Die Studie des Umweltdachverbandes bringt Vorschläge für Gebietsnominierungen und -erweiterungen für insgesamt 26 Schutzgüter. In der alpinen Region betrifft das z. B. Alpine Flüsse mit Ufergehölzen der Deutschen Tamariske, Bergmähwiesen und Kalktuffquellen, in der kontinentalen Region u.a. Pannonische Salzsteppen und Salzwiesen, das Firnisglänzende Sichelmoos oder Mopsfledermaus, Frauennerfling und Alpenkammmolch.
"In Summe müssen 55 Gebiete bzw. Gebietserweiterungen noch dringend nominiert werden - darunter das Machland Nord, die Hochlagen der Böhmischen Masse, das Ausseerland-Steirisches Salzkammergut, die Sattnitz und natürlich die Isel", erklärt Heilingbrunner.
Naturschutz dauerhaft sichern - Mängel punkto Management ausgleichen.
Die Unterschiede bei der Planung des Managements und der Umsetzungvon Schutz- und Monitoringmaßnahmen sind zum Teil eklatant. "Gutvorbereitete Schutzgebietsausweisungen und gutes Management sind wichtig - hier müssen die Planungen der Bundesländer stärkeraufeinander abgestimmt werden. Es ist unverständlich, wenn Schutzgebiete ohne fachlich einsehbaren Grund an der Landesgrenzeenden", betont der OÖ Umweltanwalt Martin Donat.
Akzeptanz für Natura 2000 als Ziel:
Information und Bewusstseinsbildung sind essenziell. "Ein enges Natura 2000-Netzwerk in Österreich zu haben, ist für dieErhaltung der Biodiversität ein ganz wesentlicher Schritt. Wir müssenaber Instrumentarien einfordern, sodass GrundeigentümerInnen damitleben können - von der Finanzierung bis zu Information und Bewusstseinsbildung. Aus Naturschutzbund-Sicht ist daher eine der wichtigsten nächsten Zielsetzungen, die Akzeptanz für Natura2000-Ziele bei GrundbesitzerInnen zu steigern", erläutert Roman Türk, Präsident des Naturschutzbundes Österreich.
Politik muss endlich Verantwortung übernehmen
Unbestritten ist, dass Naturschutz Geld kostet, wenn er effektiv undgesetzeskonform umgesetzt werden soll.
"Unseren Schätzungen zufolgemüssten zur Erreichung der Natura 2000-Ziele pro Jahr ca. 200 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Die für Naturschutz verantwortlichen Landespolitiker werden daher mehr Geld für Natura 2000 in die Hand nehmen und endlich ihren Naturschutzverpflichtungen auf europäischer Ebene nachkommen müssen", konstatiert Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.
Natura 2000 als Chance für naturnahen Tourismus.
"Die Erhaltung unserer Landschaft und der biologischen Vielfalt ist ein zentrales Anliegen der Naturfreunde. Durch Natura 2000 wurde dieses Anliegen zu einem gesamteuropäischen politischen Ziel erklärt, das wir durch unsere Aktivitäten unterstützen. Eine besondere Rolle dabei spielt die Kampagne "Natura Trails", die auf bestehenden Wegen durch Natura 2000-Gebiete führen und das Bewusstsein für den Schutz von charakteristischen Tieren, Pflanzen und Lebensräumen stärken sollen", sagt Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der Naturfreunde Österreich.









