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NATURFREUNDE TIPPS

Tipps für den Kauf von Wanderstöcken

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Herrlicher Sonnenschein, die ersten Blätter treiben aus und alles beginnt zu blühen ... der Frühling lockt ins Freie und in die Berge. Egal ob auf leichten Wegen oder im steilen Gelände, die meisten Wanderer sind heute mit Stöcken unterwegs.

Tipps für den Kauf von Wander- und Bergschuhen

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Man sollte sich vor einer Tour Gedanken über die zu erwartenden Anforderungen an das nötige Schuhwerk machen und sich beim Kauf von Wander- und Bergschuhen gut beraten lassen.

Sicherer in den Bergen unterwegs!

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An den kostenlosen Sicherheitstagen der Naturfreunde Österreich kann man sich das nötige Rüstzeug für Bergtouren aneignen.

Gut versichert = Glück im Unglück!

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Die weltweite Freizeit-Unfallversicherung ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Leistungspakets der Naturfreunde Österreich und wird von den Mitgliedern sehr geschätzt

Naturfreund 2/2014

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Der Frühling lockt wieder in die Berge und unsere aktuelles Heft hat die besten Freizeittipps dafür.

Auslandsreise-Zusatzversicherung mit Spitalskostenersatz und SOS-Rückholdienst 2014

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Top-Angebot der Wiener Städtischen Versicherung für Naturfreunde-Mitglieder und deren Familienangehörigen

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© Martin Edlinger

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Sportklettern

Sicher sichern beim Sportklettern:

Von halben Automaten und ganzen Menschen

Was ist ein halbautomatisches Sicherungsgerät? Typische Vertreter sind: GRIGRI (Petzl), Eddy & Zap-O-Mat (Edelrid), Sirius (Tre). Ihnen allen gemein ist, dass es eine technisch-mechanische Funktion gibt, die bei einem genügend starken Sturz(-zug) selbständig den weiteren Seildurchlauf blockiert. Halbautomatisch ist das Ganze, weil trotzdem eine Hand, die dann auch noch „zumacht“, am Bremsseil sein muss (muss!), um die richtige Funktion in 100 Prozent aller Fälle zu gewährleisten. Alle Geräte dieser Art zeichnen sich durch bewegliche Teile am Gerät selbst aus. Entscheidend für die gute Funktion ist neben der richtigen Bedienung das Zusammenspiel von Seil und Gerät.

 

Sind Smart (Mammut) und ClickUp (Climbing Technology) Halbautomaten? Bei diesen beiden besteht die Mechanik darin, dass sich das Gerät, das keine beweglichen Teile aufweist, infolge des Sturzzugs in Relation zum Karabiner bewegt. Der Karabiner wird so entscheidender Teil der Mechanik. Deshalb geht es hier um das Zusammenspiel von Seil, richtiger Bedienung und Karabiner (Durchmesser, Form).

 

Für diese Geräte hat sich noch keine einheitliche Bezeichnung durch gesetzt, Möglichkeiten sind zum Beispiel: Geräte mit halbautomatischer Wirkung oder „Autotuber“ (Climb 4/2010).

 

Mehr über diese beiden Geräte und darüber, welche Karabiner für die optimale Funktion geeignet sind, wird in einer der nächsten „Naturfreund“-Ausgaben zu lesen sein.

 

Im Unterschied zur Familie der Tuber ist den beiden Gerätefamilien gemein, dass sie das Seil im Fall eines Sturzes fixieren (einzwängen oder abdrücken); das heißt, dass man mit diesen Geräten nicht „gerätedynamisch“ sichern, also durch bewussten Seildurchlauf den Sturz weicher machen kann. Diese Fixierung hat zwar auch etwas mit Reibung zu tun, aber nicht in der Art und Weise wie bei den Tubern (Knicksicherungsgeräten); bei den Tubern führt die Reibung an den Kanten des Gerätes zur Bremswirkung.

 

Und nochmals: Die Hand muss immer am Bremsseil sein, egal welche Gerätfamilie! Wenn Sie nur das aus diesem Artikel mitnehmen, haben Sie viel für die Sicherheit Ihrer KletterpartnerInnen getan. Und wenn Sie sehen, dass Ihr Sicherer das nicht immer tut, dann ist die Lösung nicht, ihm oder ihr einen Halbautomaten in die Hand zu drücken, sondern ihn/sie zu bitten, das Bremsseil in der Hand zu behalten, nämlich immer! Es sind nur halbe Automaten, aber ganze Menschen, die auf das Leben des anderen so gut aufpassen können wie sonst nichts.

 

Schützen die Halbautomaten vor Bedienungsfehlern? Ja! Relativ häufig blockieren Halbautomaten auch, wenn das Bremsseil nicht gehalten wird, unaufmerksam gesichert wird, der/die Sichernde stolpert und loslässt. Es gibt leider keine Statistik, wie viele Leben bereits durch den Einsatz von Halbautomaten gerettet wurden. Ich weiß aus meinem Kletterleben von zwei Fällen.

 

Nein! Weil man ja den menschlichen Faktor, also die Fehlbedienung, nicht aus dem System herausbekommt. Leider „klassisch“ ist hier das Außerkraftsetzten des Blockiermechanismus beim GRIGRI fürs Seilausgeben.

 

Das heißt: Eine gewisse Klasse von Fehlern bügeln die Halbautomaten aus, und eine andere Klasse von Fehlern bringt jedes Gerät erst mit. Die Lösung liegt also nicht im Gerät, sie liegt im Menschen und in der richtigen Bedienung; dann verschwinden hundert Prozent der Fehler. Trivial werden vielleicht manche sagen, aber oft wird heftigst über Geräte diskutiert, als ob diese der entscheidende Faktor wären. Sie sind ein entscheidender Faktor, aber zuerst kommt die Bedienung.

 

Deswegen legen die Naturfreunde Österreich in ihrer Informationsarbeit das Schwergewicht auf die richtige Bedienung von halbautomatischen Sicherungsgeräten: In den Naturfreunde-Kletterhallen liegt eine neue Sicherheitsbroschüre auf, und auf dem Sportkletterportal der Naturfreunde gibt es seit heuer das Onlinesicherheitsmagazin „UpDate Sicherheit“ zum Downloaden; dieses Magazin wird in unregelmäßigen Abständen erscheinen und richtet sich vor allem an Naturfreunde-ÜbungsleiterInnen und InstruktorenInnen; es ist aber auch für wissensdurstige Nichtausbilder von Interesse.

 

Muss ich meinen Tuber wegwerfen? Diese Frage habe ich schon öfter von versierten Kletterinnen und Kletterern gehört, da das Sichern mit einem Tuber in manchen Klettermagazinen als gefährlich bezeichnet wurde. Ja, es ist gefährlich mit dem Tuber zu sicher, nämlich dann, wenn ich es falsch mache, und genau das teilt der Tuber mit allen andern Geräten. Also nicht den Tuber entsorgen, sondern das falsche Handling!

 

Gibt es nun spezielle Anwendungsfelder, für die das eine oder andere Gerät besser geeignet ist? Ja! Welche Einflussgrößen es hier zu berücksichtigen gilt, darüber wird es in einer der nächsten „Naturfreund“-Ausgaben genaue Informationen geben. Prinzipiell funktionieren natürlich alle Geräte bei richtiger Bedienung in verschiedensten Bereichen, jedoch kann man es sich doch deutlich schwerer oder leichter machen. In manchen Extremfällen geht es aber schärfer in den Sicherheitsbereich hinein.

 

Alle guten Dinge sind 2! Richtig: Da hat etwas sehr Wichtiges noch ganz gefehlt: der Partnercheck! Nur etwa 50 Prozent der Kletterer machen ihn, genau 50 Prozent zu wenig. Die häufigste Unfallursache, die durch den Partnercheck vermieden werden könnte, ist das Fehlen des Knotens im freien Seilende. Diesen also nicht vergessen bzw. besonderes Augenmerk auf ihn legen!

 

Wenn nun nach dem Partnercheck der Gurt zu ist, das Anseilen passt, alles mit Sicherungsgerät und Seil richtig ist, bleibt die Bremshand immer am Seil. Beherzigen Sie nur diese beiden Punkte, wird die Mehrzahl der Unfälle verhindert!

 

Vom richtigen Umgang mit AnfängerInnen. An sich etwas Wünschenswertes: Kletterer nehmen AnfängerInnen mit, denen sie das Sichern beibringen wollen. Aber oft ist die Vorgangsweise unverantwortlich: Fast nie habe ich erlebt, dass das Seilausgeben und -einziehen zuerst am Boden geübt werden, sondern oft gleich im Vorstieg. Die Sichernden haben nun den vollen Stress, die Kletternden wirken auch nicht immer glücklich. Wir würden ja auch keinen Paragleiter beim ersten Mal gleich frei in 1000 m Höhe fliegen lassen, und beim Autofahrenlernen ist man die ersten Stunden auf einem Übungsplatz.

 

Wenn man jemandem das Sichern zeigen will, sollte man das sehr genau tun und sich dafür viel Zeit nehmen. Das eigene Klettern sollte man dabei vergessen. Das vermischt sich nämlich oft: die eigene Lust aufs Klettern und das Lehren, also schnell jemandem das Sichern zeigen, damit ich klettern kann. Da treten auch die Halbautomaten auf den inneren Plan! Wenn ich der/dem Sichernden unten nicht trauen kann (da sie/er ja Anfänger/in ist und deswegen noch nicht „gscheit“ sichert), verwende ich einen Halbautomaten – dem kann ich trauen. Doch weit gefehlt und vielleicht weit gestürzt!

 

Halbautomaten sind oft diffizil und speziell in der Bedienung und bieten einige Möglichkeiten zur Fehlbedienung, vor allem beim Vorstiegssichern (Problem Seilausgeben).

Also auch in der Arbeit mit Anfängern: Nicht das Gerät bringt die Sicherheit,* sondern der Mensch. Gut wäre es, Anfängerinnen und Anfängern die Teilnahme an einem Kletterkurs zu empfehlen; denn in Kletterkursen übt man im Rahmen des Sicherheitstrainings auch das Halten von Stürzen.

 

Text von MMag. Alexis Zajetz, Leiter des Ausbildungsteams ÜL Sportklettern, Ausbildungsreferent der Naturfreundejugend, Sportwissenschafter, Psychologe, Psychotherapeut