60 Jahre Naturfreunde-Feriendorf

Die Naturfreunde hätten sich für ihr Feriendorf kein besseres Plätzchen aussuchen können! Schon die alten Griechen gaben der Mittelmeerinsel Korsika den Namen „Kalliste“, was so viel wie die „Schönste“ bedeutet. Und tatsächlich bietet die französische Insel alles, was das Herz begehrt: traumhafte Buchten mit Sand-, Kiesel- oder Felsstränden zum Baden, Schnorcheln und Faulenzen sowie eine herrliche Bergwelt, in der man wunderbar wandern, bergsteigen, klettern und mountainbiken kann.

Das Feriendorf der Naturfreunde „La Mora“ ist ein idealer Stützpunkt für Ausflüge in die nähere Umgebung oder für längere Inselerkundungen. Korsika ist sehr abwechslungsreich und bietet neben Mittelmeerfeeling verträumte Bergdörfer, fruchtbare Täler, in denen Zitrusfrüchte und Wein gedeihen, knorrige Korkeichen, würzig duftende Macchia und Olivenhaine sowie Edelkastanienwälder, in denen sich auch Wildschweine sauwohl fühlen.

 

Mit dem erfahrenen Naturfreunde-Reiseleiter von „La Mora“ kann die Besonderheiten der Insel gut kennenlernen. Der Reiseleiter gibt gerne sein Wissen über Fauna und Flora sowie über die interessante Kultur der Korsen weiter. Er weiß genau, wo man den besten frisch gepressten Zitronensaft bekommt, führt einen zu den schönsten Orten und auf bezaubernde Gipfel.

 

Auch Wasserratten kommen auf ihre Kosten. Der 6 km lange Sandstrand von Calvi liegt nur ca. zehn Gehminuten vom Feriendorf entfernt und zählt mit seinem feinkörnigen, hellen Sand zu einem der Topstrände Korsikas. Die mit Pinienbäumen gesäumte Bucht bietet ausreichend Platz und ist durch den flachen Abfall ins Meer selbst für Kleinkinder ein idealer Wasserspielplatz.

 

Erfrischen kann man sich auch in zahlreichen Flüssen. Besonders sehenswert ist das Fangotal mit seinen zahlreichen Badestellen. Das Flusswasser ist glasklar, die rund geschliffenen Steine schillern in den schönsten Farben. Auch hier kennen die Naturfreunde die besten Badeplätze, welche die Gruppen von „La Mora“ oft ganz für sich alleine haben.

 

Viel Spaß im Kiddy-Club

Für Kinderunterhaltung wird in „La Mora“ in den Ferienmonaten Juli und August bestens gesorgt. Verschiedene Aktivitäten wie Ballspielen, Tischfußball- oder Tischtennisturniere, Klippenwanderungen sowie kindgerechte Ausflüge, aber auch Bastelstunden, Modeschauen und vieles mehr lassen den Urlaub für die Kids zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

 

Das besondere Flair von Calvi

Am Abend kann man den Tag im Feriendorf relaxt ausklingen lassen. Wer etwas mehr Action möchte, findet in der ca. 20 Gehminuten entfernten Hafenstadt Calvi zahlreiche Bars, Restaurants und Discos. Außerdem sorgen Festivals und Konzerte für Feierlaune. Besonders beeindruckend ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik, Paghjella genannt; die Gruppe L’Alba zum Beispiel tritt immer wieder in der Zitadelle von Calvi auf (Plakate beachten!).

Calvi hat 5000 Einwohnerinnen und Einwohner und gehört mit seiner imposanten Zitadelle und dem lebhaften Hafen zu den charmantesten Städten der Insel. Jahrhundertelang zählte Calvi zur Seerepublik Genua. Aus dieser Zeit stammt auch das Gerücht, Calvi sei der Geburtsort von Christoph Kolumbus. Der Platz am Fuß der Zitadelle, die man über eine Zugbrücke erreicht, wurde nach ihm benannt.

 

Kein Massentourismus

Korsika ist touristisch relativ wenig erschlossen. Die Korsen wehren sich seit jeher gegen einen Massentourismus, der die Eigenständigkeit der korsischen Kultur gefährden könnte. Daher findet man auf Korsika kaum größere Hotelkomplexe oder Hotels mit ausländischen Eigentümern. Die Insel ist bis heute sehr ursprünglich und authentisch geblieben. Sämtliche Strände sind frei zugänglich.

 

Auf Korsika gibt es seit langer Zeit eine Unabhängigkeitsbewegung. In den 1960er-Jahren stationierte Frankreich die Fremdenlegion auf Korsika und siedelte ca. 17.000 Rückkehrer aus den ehemaligen Kolonien an. Das erweckte den Unmut der Korsen. Die erste Separatistengruppe, die für ein autonomes Korsika kämpfte, wurde gegründet. Auch das korsische Wappen, das den Kopf eines Mauren mit krausem Haar und weißem Stirnband zeigt, ist ein Freiheitssymbol der Korsen.

Die Naturfreunde stehen mit ihrem sozial- und umweltverträglichen Tourismus im Einklang mit den Vorstellungen der korsischen Bevölkerung und sind daher willkommene Gäste.

 

 

Von damals bis heute

1952 schlugen unternehmenslustige Naturfreunde an einer der schönsten Stellen von Korsika, etwa 20 Gehminuten vom Stadtzentrum Calvis und ca. 10 Minuten vom langen Sandstrand entfernt, im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte auf.

Zwei Jahre später wurden bereits im Feriendorf „La Mora“ (benannt nach den hier prächtig wachsenden Maulbeerbäumen) die ersten Bungalows gebaut. Viele Freiwillige stellten in ihrem Urlaub dafür ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Bald bot das Feriendorf 56 Gästen Platz.

 

Seit 1965 kann man per Flugzeug um einiges angenehmer und rascher anreisen.

 

Bis 1987 war es üblich, dass die Gäste einmal in 14 Tagen Küchendienst hatten und auch sonstige kleine Arbeiten verrichteten, die im Feriendorf anfielen. Damit konnten die Aufenthaltskosten niedrig gehalten werden, und die Atmosphäre war sehr familiär, das Zusammengehörigkeitsgefühl besonders stark.

 

Seit 1988 erledigt ein fixes Team den Küchendienst.

 

1996 entstanden zusätzlich sieben Komfort-Bungalows, die mit WC und Dusche ausgestattet wurden.

Mit der neuen Küche wurde 1999 das kulinarische Angebot erweitert: Seit damals stehen abends immer drei Speisen (davon eine vegetarische) zur Wahl. Hausmannskost, Gerichte aus der korsisch-italienischen Küche und fleischlose Speisen werden abwechslungsreich kombiniert. Jeden Montag findet ein gemütlicher Grillabend statt.

Von 7.30 bis 10 Uhr steht ein reichhaltiges Frühstücksbuffet bereit.

Der Speisesaal und die dazugehörige Terrasse liegen im Zentrum der Ferienanlage; vis-à-vis davon lädt am Abend das Bistro „La Mora“ zum Verweilen ein.

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Olivenöl gegen Sonnenbrand

Leo Gruber, langjähriger Finanzreferent der Naturfreunde Österreich, war einer der ersten Reiseleiter auf Korsika. Er erinnert sich daran mit großer Freude.

 

Anfangs gab es ausschließlich 14-Tage-Turnusse. Das war auch notwendig, denn unsere gemeinsame Anreise dauerte zwei Tage. Mit dem Zug fuhren wir von Wien nach Mailand, Genua und Nizza. Die Nacht verbrachten wir in unserem Sonderwaggon am Verschubbahnhof in Ventimiglia. Beim Aufwachen in der Früh war immer die Angst sehr groß, ob wir auch an den richtigen Zug angekoppelt werden.

 

Im Hafen von Nizza gingen wir an Bord des Fährschiffs „Napoleon“. Zuvor durften wir in einer langen Menschenkette, von Hand zu Hand, das gesamte Gepäck an Deck befördern. Wir hatten nämlich nicht nur unser privates Gepäck mitzunehmen, sondern aus Kostengründen auch viele Lebensmittel wie Konserven, Würste, Geselchtes, Speck, Schmalz, Mehl, Zucker, Reis, Nudeln und Schnitten. Auf Korsika wurde nur frisches Obst, Gemüse und Brot zugekauft.

 

Die Überfahrt dauerte eine ganze Nacht - ohne Bett! Übermüdet landeten wir in Calvi oder in L’Île-Rousse. Neuerlich mussten wir das Riesengepäck entladen und im Bus oder Lastwagen verstauen - und dann ab ins Lager „La Mora“.

Nach der Bungaloweinweisung war das Wichtigste die Einteilung des Küchendienstes. Vier bis sechs Teilnehmende bereiteten mit der Köchin das Frühstück, die Lunchpakete und ab 15 Uhr das Abendessen zu. Das Servieren und auch das Abwaschen blieben ihnen nicht erspart.

 

Am Abend saßen wir gemütlich unter den Maulbeerbäumen, oder es ging nach Calvi zum Tanz. „La Bamba“ war angesagt, und unsere Dancing Stars erfreuten sich großen Zuspruchs bei den damals neu stationierten Fremdenlegionären.

 

Bereits damals organisierten wir Busausflüge zu den Bergdörfern, nach Cap Corse, Bastia und Ajaccio. Natürlich gingen wir auch gerne an den feinen Sandstrand oder zu den einsamen Klippen, um zu baden. Statt Sonnencreme gab es meist Oliven- oder Nussöl, sodass wir bald eine unverkennbare Duftnote unser Eigen nannten.

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