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Wenn sich was zusammenbraut ...

Gewitter in den Bergen zählen nicht nur zu den unangenehmsten, sondern auch zu den gefährlichsten Situationen auf einer Bergtour. - Die Naturfreunde geben Tipps!

Das Einholen der aktuellen Wetterinformationen ist ein wesentlicher Bestandteil der Tourenplanung und trägt einen sehr bedeutenden Beitrag zur alpinen Sicherheit bei.
Eine sehr gute Grundlage liefert der neue Naturfreunde-Bergwetterdienst auf: www.naturfreunde.at/wetter und www.tourenportal.at


Auch nach sorgfältiger Prüfung des Wetterberichts kann das Wetter in den Bergen sehr schnell umschlagen. Folgende „Wetterkunde“ soll dabei helfen, auch dann Ruhe zu bewahren, wenn man von einem Gewitter überrascht wird:

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gewittern, die unterschiedliches Verhalten erfordern:

 

Wärmegewitter

Diese entstehen bei Schönwetter am Nachmittag und Abend und bringen keine nachhaltige Wetterverschlechterung mit. Vorsicht, wenn im Wetterbericht von einer labilen Luftschichtung die Rede ist!
Merkmale: Wärmegewitter kündigen sich mit der Veränderung von Haufen- und Schönwetterwolken an; man hat meist noch relativ viel Zeit, um zu reagieren. Beginnen Haufenwolken in die Höhe zu quellen, ist mit späteren Gewittern zu rechnen. Entwickeln sich größere Wolkentürme, ist es höchste Zeit, sich nach einem sicheren Ort umzusehen. Zeigt sich oberhalb der Gewitterwolke ein unscharfer Amboss, wird es zu einem sehr heftigen Gewitter, meist mit schweren Hagelschlägen, kommen.
Verhalten: Bei Gefahr von Wärmegewittern sollte man am besten nur den Vormittag für eine Bergtour nutzen.

 


Frontgewitter

Diese entstehen häufig beim Durchzug einer Kaltfront. Sie bringen einen Wettersturz und beenden oft eine Schönwetterperiode.
Merkmale: Unmittelbar vor dem Nahen einer Kaltfront ist es oft noch besonders schön oder gar wolkenlos. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Frontgewitter vom Wolkenbild her oft nicht rechtzeitig erkannt wird – das vorherige Studieren der Wetterprognose ist daher besonders wichtig.
Verhalten: Da bei einem Kaltfrontdurchgang die Temperatur sehr rasch und massiv fallen kann (im Hochgebirge kann es sogar schneien, auch im Hochsommer!), sollten daher nur kurze Wanderungen unternommen werden, die jederzeit abgebrochen werden können – auch wenn in der Früh das schöne Wetter zu einer großen Bergtour lockt.


 

 

Naturfreunde-Tipps und Empfehlungen:

Richtiges Verhalten bei Gewittern


Es gibt zwei gleichermaßen gefährliche Arten des Blitzschlages: den direkten Blitzeinschlag und den indirekten Blitzschlag infolge von Bodenströmen.
Die im Boden nach einem Blitzeinschlag abfließenden elektrischen Ströme erzeugen eine Spannung längs der Strombahn. Sie wird zur Schrittspannung, wenn der Wanderer in die Strombahn gerät. Die Schrittspannung nimmt mit der Größe der Kontaktfläche und dem Abstand der Kontaktpunkte zu (Schrittweite). Während eines Gewitters sollte man daherbreitbeiniges Stehen und Gehen sowie Liegen auf dem Boden unbedingt unterlassen.

 

Gefährliche Stellen:

Der Blitz kann im Freien jeden Punkt treffen, weit herausragende Punkte sind am stärksten gefährdet. Rund um wasserführende Rinnen, erdige Moorflächen und Steige mit Stahlseilsicherung ist die Gefahr auch auf größere Distanz groß.


Anzeichen für unmittelbare Blitzschlaggefahr:

Kribbeln auf der Kopfhaut, Sträuben der Haare, Surren von Metallgegenständen, leises Knistern und bläuliches Leuchten (Elmsfeuer) an besonders hervorragenden Metallgegenständen (Gipfelkreuzen usw.)

Schutz vor Blitzschlag

Den besten Schutz vor Blitzschlag bieten Hütten und Häuser mit Blitzableitern. Sollte man im Freien von einem Gewitter „überrascht“ werden, kann man sich folgendermaßen zu schützen versuchen:

  • Exponierte Stellen (Gipfel, Grate, ausgesetzte Flächen) verlassen und sich nicht in deren unmittelbarer Nähe aufhalten
  • Vorsicht auch vor Höhlen und Überhängen, vor allem wenn sie feucht und/oder zu klein und zu niedrig sind. Die Höhle muss jedenfalls so lange sein, dass man mindestens eine halbe Körperlänge vom Eingang weg hocken kann und dann noch zumindest eine Körperlänge bis zum Höhlenende Platz ist; mindestens eine halbe Körperlänge muss oberhalb frei sein.
  • Wasserführende Rinnen, Stahlseilsicherungen verlassen
  • Einzelnstehende Bäume meiden – das Märchen von „den Buchen, die man suchen soll“ ist gefährlich!
  • Eine hockende, zusammengekauerte Haltung mit beiden Füßen nebeneinander einnehmen; Mitglieder von Gruppen sollten sich weit verteilen, damit sie nicht als kompakte Erhebung wirken.

Tipps zusammengefasst:

  • Wetterbericht prüfen, Wolkenentwicklung beobachten
  • Bei Gefahr von Wärmegewittern den Vormittag für die Bergtour bevorzugen
  • Bei Gefahr von Frontgewittern/Kaltfront nur kleine Touren unternehmen, die jederzeit abgebrochen werden können.

 

Text und Fotos von Alfred Leitgeb, Leiter der Abteilung Naturfreunde Team-Alpin im Ruhestand

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