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Neue Klettersteige in Österreich

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2009 wurden österreichweit 17 zum Großteil sehr anspruchsvolle Klettersteige eröffnet, die im folgenden vorgestellt werden:
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Impressionen in Grün und Weiß auf der Tauplitz

Langlaufen mit leichten Skitouren zu verbinden, das gelingt beim Backcountry bestens. Ein prachtvolles Gelände für diesen alternativen Wintersport bietet die Region Bad Mitterndorf/Tauplitz.

Egal zu welcher Jahreszeit, das steirische Salzkammergut scheint die Landesfarben des jüngst sogar weltweit berühmt gewordenen Steirerlandes zu spiegeln. Heller Fels und Grün in allen Abstufungen, saftiges Wiesengrün, dunkles Tannengrün und die smaragdgrüne Tiefe der Salzkammergutseen. Schneeweißes gibt es selbst im Frühsommer, wenn zur Zeit der Narzissenblüte aus frischem Grün der „Narzissenschnee“ leuchtet. Aber jetzt in der tiefsten Winterzeit geht es natürlich um den echten Schnee unter unseren Skiern! Hoffentlich haben die von Dachstein und Totem Gebirge angestauten Schneewolken sich über unserem Ziel schon fleißig ihrer weißen Pracht entledigt.

Kostbares Weiß
Es schneit! In den Niederungen der Städte könnte man trotz der idyllischen Stimmung ruhig auf den winterlichen Segen verzichten. Hier im Gebirge gilt aber der Schnee heute schon als „weißes Gold“, fast so kostbar wie einst das Salz. Dem Schatz aus den Bergen verdankten die Menschen in dieser unwirtlichen Gegend durch Jahrhunderte Arbeit und Überleben. Ebenso ist der Fremdenverkehr in den Bergregionen mittlerweile auf die weiße Pracht der Schneekristalle angewiesen.
Zweimal im Jahr bricht zwischen Grimming und Aussee die große Bettennot aus. Von Mai bis Juni und speziell zur Zeit des traditionellen Narzissenfestes kommt man ohne langfristige Reservierung nicht unter. Im Winter hingegen gilt das nur für ein paar Tage, wenn die kühnen Skiflieger von der Kulmschanze segeln. Danach ist es bald wieder ruhig, denn die berühmten Pistenzentren konzentrieren sich drüben im benachbarten Ennstal. Das „Ausseer Land“, wie sich dieser steirische Teil des Salzkammerguts auch nennt, kann sich zum Ausgleich aber auf mehrere Standbeine stützen.

Traditionelles auf Pisten und Loipen
Endlich sind auch auf der Tauplitz die Zeiten vorbei, wo die Skifahrer nach endloser Auffahrt mit langsamen Einersesselliften halb erfroren oben am Lawinenstein oder Schneiderkogel ankamen. Die Tauplitzalm hat sich nämlich in den letzten Jahren zu einem respektablen Skizirkus gemausert. Speziell die lange Abfahrt zum Talort Tauplitz wird mit ihrer flotten, vor dem Wetter schützenden Bergbahn als Zubringer auch gehobenen Ansprüchen gerecht. Mehr Abfahrtshöhenmeter als das eher verspielte Liftgelände der Tauplitzalm bieten allerdings die steilen Tourenabfahrten von den Randgipfeln des Toten Gebirges.


Diesem akzeptablen alpinen Angebot stehen die Loipen gegenüber — sie gelten sogar überregional als Spitzenanlagen des nordischen Skisports. Überblicken wir zuerst die weitläufige Passlandschaft von Mitterndorf: Zwischen Kulm und Ödensee, von den Sonnenmulden, wo im Sommer die Narzissen blühen, bis in den Schattenwinkel bei Bad Heilbrunn — an beliebiger Stelle kann man in das Loipennetz einsteigen. Dann vergeht vielleicht ein ganzer Tag bis zur Rückkehr zum Ausgangspunkt. Ins ungespurte Gelände braucht man gar nicht hinauszulaufen, denn jede nur irgendwie ergiebige Schneefläche ist für die Langläufer erschlossen. Noch dazu ist das Gelände für jede Läuferklasse perfekt. Die Skiwanderer bummeln gemütlich bis zur nächsten Einkehr, und die Sprinter laufen einfach länger und schneller.

Selektives auf der Tauplitzalm
Nicht umsonst absolvieren Nationalmannschaften ihr Training dort oben auf der rund 1500 m hoch gelegenen Tauplitzalm. Das Plateaugelände buckelt sich ideal über Almmulden und vorwiegend mit Lärchen bestandene Waldkuppen hinweg. Bequemen Auslauf gibt es höchstens auf den eingestreuten Seeflächen. Selbst Loipengenießer kommen hier unweigerlich auf Touren — schon wieder ein Aufstieg, und ganz schön steil geht es gleich wieder hinunter. Aufpassen muss man ständig, auch weil immer wieder unversehens so ein nordischer Champion vorbeiflitzt!


Als Anhänger des nordischen Tourenlaufes greife ich auf der Tauplitz auch in den Loipen gerne zu meinen Backcountryskiern. Der Einsatz der Stahlkanten auf den „reschen“ Abfahrten wiegt auch bei nicht so eisigem Schnee den Nachteil auf, dass diese Spezialski für die Loipenspur etwas zu breit sind. Damit die Kronenschliffschuppen der Steigzone bergauf greifen, steigt man einfach aus der Spur oder wagt sich an den Rand der Scatingbahn. Überdies locken abseits der Loipe so lauschige Plätzchen, wo Sonnengenuss und Panoramablick angesagt sind, dass es gerade auf der Tauplitz ohne Abstecher ins freie, ungespurte Gelände kaum geht. Darf’s dann vielleicht sogar noch ein Gipfel sein?

Alpin oder nordisch auf den Rosskogel
Diese Tour hat den Vorteil, dass ihre „Schlüsselstelle“ gleich nach dem Start bewältigt werden muss. Wer also von den Steirerseehütten hinunterschaut zum Steirersee, wird gleich wissen, ob und mit welcher Ausrüstung das Unternehmen gelingen kann. Wirkt die Einfahrt in das steile, aber nicht zu dicht bewaldete Gelände so richtig „abgründig“, wird es besser eine leichte alpine Skitour werden. Auf Langlaufskiern geht es ohnehin nur bei sehr günstigen Schneeverhältnissen, selbst für extreme Langläufer! Sogar der Backcountrytourist sollte vor allem die Schneequalität beachten, denn bei Bruchharsch gibt es auch unterwegs und erst recht am Gipfelaufbau Probleme. Da bleibt man lieber in gebahnten Spuren.
Ist man unten auf dem Steirersee angelangt, ist das Ärgste schon überstanden. Für den Tourenläufer bedeutet es die reine Wonne, über die zu Eis und Schnee verfestigten Seeflächen zu laufen. Der alpine Tourengeher fühlt sich erst bei den nach dem Schwarzensee folgenden Anstiegen wohler. Aber wenn es dann hinauf zur freien Höhe geht, denkt ohnehin jeder nur mehr an das Gipfelglück, und der Steilaufschwung wird schon auch bergab noch zu schaffen sein! Platz genug gibt es ja, trotz Latschen und Wetterbäumen. Letztere erfreuen wiederum die Fotografen als Vordergrund für das Panorama zum Dachstein, auf die Kette der Tauerngipfel oder zu den nahen, von Felsen gesäumten Steilkaren gegenüber.
Auf dem Weg zurück in die lebhaftere Welt der Tauplitz gilt es noch, den Steilanstieg vom Steirersee hinauf zum Almplateau zu schaffen. Als zweiter Gipfel oder als „Eintrittspreis“ zu den lockenden Einkehrmöglichkeiten bietet dieser kurze „Schinder“ trotzdem einen schönen Ausklang der Tour. Zufrieden mit der vollbrachten Leistung und noch die Stille des einsamen Rosskogels im Sinn, gleitet man nun ganz locker in die bequemen Loipenspuren hinein — vielleicht mit dem Vorsatz, es bald wieder einmal im ungespurten Schnee zu versuchen.

Text von Bernhard Baumgartner