KONTAKT
Umwelt- & Naturschutz- Ansprechperson: Dipl.Ing. Regina Hrbek
- Telefon: 01/892 35 34-16
- Email: regina.hrbek@naturfreunde.at
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Zum Internationalen Jahr der Biodiversität:
Tragen auch Sie dazu bei, dass wir alle mehr über unsere schöne und vielfältige Natur erfahren! Die Naturfreunde Österreich und der Naturschutzbund rufen alle Naturbegeisterten dazu auf, Tiere und Pflanzen, die sie auf Wanderungen und Spaziergängen gesehen haben, zu melden und damit bei der Erfassung der Artenbestände zu helfen.Das Jahr 2010 wurde von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Biodiversität“ ausgerufen. Unter Biodiversität versteht man das gesamte Leben, die biologische Vielfalt auf der Erde. Doch die Artenvielfalt verringert sich dramatisch und dafür ist vor allem der Mensch verantwortlich. Er zerstört Lebensräume, betreibt Raubbau an der Natur und schleppt fremde Arten ein, welche die heimische Flora und Fauna verdrängen. Auch der Klimawandel beeinträchtigt Lebensgemeinschaften, etwa weil weniger Niederschläge fallen. Ausgestorbene Arten sind unwiederbringlich verloren. Die Artenvielfalt zu erhalten ist eine ethische und gesellschaftliche Pflicht.
Sehen – erkennen – melden!
Um zur Bewusstseinsbildung in Sachen Biodiversität beizutragen, sammelt der Naturschutzbund unter dem Motto „Sehen – erkennen – melden!“ Naturbeobachtungen aus ganz Österreich. Auf www.naturbeobachtung.at* können alle Naturliebhaber Sichtungen von bekannten und häufigen, aber auch von seltenen und bedrohten Tieren und Pflanzen eintragen und damit einen wichtigen Beitrag zur konstanten Beobachtung der Bestände leisten.
Die Eingabe der Daten ist ganz einfach. Man registriert sich kostenlos und trägt in eine Eingabemaske den Fundort, Datum, Art und Anzahl der gesichteten Pflanze/des gesichteten Tieres ein. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Foto hochzuladen und Bemerkungen zum Fund zu verfassen. Der Naturschutzbund sammelt die eingetragenen Fundmeldungen und bereitet die Daten auf.
Gemeinsame Aktion mit dem Naturschutzbund
Die Naturfreunde Österreich und der Naturschutzbund Österreich rufen gemeinsam auf, speziell nach Zitronenfalter, Igel und Frauenschuh Ausschau zu halten und auf www.naturbeobachtung.at zu melden. Diese drei Arten wurden ausgewählt, weil die meisten Naturinteressierten sie kennen und sie noch relativ häufig sind.
Frauenschuh. Der Gelbe Frauenschuh ist eine der prächtigsten, in Europa wild lebenden Orchideen. Mit ihrer großen pantoffelförmigen Blüte ist sie eine Kesselfallenblume: Die durch die Blüte angelockten Insekten rutschen durch den glatten Blütenrand in den Schuh und gelangen nur über zwei Öffnungen seitlich der Narben wieder ins Freie, wobei sie mitgebrachten Blütenstaub abladen und neuen aufnehmen.
Der Frauenschuh gedeiht nur auf Kalkböden und besiedelt sowohl Tieflagen als auch Latschengebiete (bis 1600 m). Man sieht ihn an halbschattigen Stellen in Wäldern oder Lichtungen, aber auch in Auen und an Bachufern. Als NATURA-2000-Art stehen der Frauenschuh und vor allem der Lebensraum, in dem er vermehrt vorkommt, unter besonderem Schutz. Der Frauenschuh darf weder gepflückt noch ausgegraben werden!
Igel. Der Igel ist zwar ein typischer Siedlungsbewohner, meidet aber dicht verbaute Räume. Er bevorzugt strukturreiche Bereiche mit Hecken, Wald- und Gehölzgruppen sowie Gebiete mit vielen Gärten und Grünanlagen. Sein Aktionsradius beträgt etwa 2 km. Sein Hauptfeind ist der Straßenverkehr. Um sicher voranzukommen, braucht er Grünachsen. Die Igel-Meldungen helfen, die Qualität und Vernetztheit von Siedlungsgrün besser beurteilen und verbessern zu können. Als gefährdete Tierart steht der Igel auf der Roten Liste.
Zitronenfalter. Zitronenfalter ist ein Waldbewohner und kann bis zu 12 Monate alt werden. Den Winter überlebt er steif gefroren an Brombeersträuchern oder in Efeu. Im Frühjahr zählt er zu den ersten aktiven Schmetterlingen, im Herbst zu den letzten: Sein erstes und letztes Auftreten im Jahr liefern auch interessante phänologische (im Jahresablauf periodisch wiederkehrende Entwicklungserscheinungen bzw. Erscheinungsbilder einer Art) Daten.
Der Zitronenfalter gilt in Österreich als nicht gefährdet. Trotzdem droht ihm durch das weit verbreitete Ausholzen wirtschaftlich nutzloser Wildstraucharten wie des Echten Kreuzdorns und des Faulbaums aus Hecken und Wäldern zunehmend Gefahr.
Text von Dipl.-Ing. Regina Hrbek, Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung der Naturfreunde Österreich







