Text: Doris Wenischnigger, Chefredakteurin des Magazins „Naturfreund“, Fotos: Carina Fritz, Naturfreunde Österreich, Andreas Häusler
An der alle drei Jahre durchzuführenden Bundeskonferenz der Naturfreunde Österreich nahmen heuer 99 Delegierte teil. Den Auftakt machte Ehrenpräsident Dr. Heinz Fischer, der in seinen Grußworten seine langjährige Verbundenheit mit den Naturfreunden Österreich betonte. Auch Vertreter*innen aus der Politik und von Partnerorganisationen würdigten die Arbeit der Naturfreunde Österreich und wünschten ihnen weiterhin viel Erfolg.
In ihrem Leitantrag bekräftigen die Naturfreunde Österreich ihr Engagement für den langfristigen Erhalt von Schutzhütten, Wanderwegen und sonstiger alpiner Infrastruktur. Angesichts der zunehmenden negativen Auswirkungen des Klimawandels fordern die Naturfreunde Österreich eine verlässliche Finanzierung durch Bund und Tourismus. Digitalisierung und künstliche Intelligenz sollen die Vereinsarbeit erleichtern, ohne Datenschutz, Transparenz und menschliche Verantwortung aus den Augen zu verlieren.
Ein weiterer Schwerpunkt bleiben der Natur- und Klimaschutz. Ziel ist es, sensible Naturräume zu bewahren, klimafreundliche Mobilität zu fördern, Energie einzusparen und die Treibhausgasemissionen des Vereins konsequent zu reduzieren.
Große Bedeutung werden die Naturfreunde Österreich auch weiterhin der Kinder- und Jugendarbeit sowie dem Ehrenamt beimessen. Neue Bildungsangebote, innovative Projekte und gezielte Nachwuchsförderung sollen den Verein weiter stärken. Im Sport werden sich die Naturfreunde Österreich für legale und naturverträgliche Mountainbike-Angebote, die Weiterentwicklung des Sportkletterns sowie die langfristige Absicherung und konsequente Weiterentwicklung ihres Alpinkaders einsetzen. Mit der Naturfreunde-Österreich-Akademie werden zudem hochwertige Aus- und Fortbildungsangebote für Guides sowie Funktionärinnen und Funktionäre weiter ausgebaut.
Ein zentrales Thema der Konferenz war die Inklusion im Berg- und Klettersport. Ziel ist es, möglichst vielen Menschen den Zugang zu Natur- und Bergerlebnissen zu ermöglichen – von barrierefreien Hütten über inklusive Ausbildungsangebote bis hin zum Leistungssport.
Linda Le Bon, Weltcup-Siegerin im Paraclimbing, unterstrich die Bedeutung dieses Engagements: „Inklusion bedeutet, dass alle Menschen von den Bergen, vom Klettern und von der Natur profitieren können. Schwer gibt es – unmöglich gibt es nicht.“ Bundesgeschäftsführer Mag. Günter Abraham verwies auf Projekte wie „AlleKlettern“ sowie den barrierefreien Ausbau des Roseggerhauses in der Steiermark.
Auf der Bundeskonferenz wurde der Bundesvorstand neu gewählt. Mag. Andreas Schieder wurde mit 98,1 Prozent der Stimmen bestätigt. „Dieses starke Vertrauen ist für uns Auftrag und Motivation zugleich, den Weg der Naturfreunde Österreich als moderne, offene und solidarische Bewegung konsequent weiterzugehen“, erklärte Schieder nach seiner Wiederwahl. Neu ins Präsidium gewählt wurden Filip Worotynski, Rene Hafner, Michael Visintainer, Mag. Dr. Arno Studeregger-Renner und Petra Gruber.
Im Rahmen der Konferenz wurden zahlreiche Funktionärinnen und Funktionäre für ihren langjährigen Einsatz ausgezeichnet. DI Rudolf Schicker und Rosemarie Lehner erhielten die „Berg-frei“-Ehrentafel und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Des Weiteren würdigten Ehrennadeln, Ehrenplaketten und Glastrophäen das Engagement zahlreicher Persönlichkeiten aus den Bereichen Alpinismus, Sport, Hüttenwesen und Vereinsarbeit.
Auch mehrere Naturfreunde-Hütten wurden ausgezeichnet: Die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierten Hütten Leopold-Happisch-Haus, Traunsteinhaus, Hofgasteinerhaus und Rauchenbühelhütte erhielten als Dank für ihre umweltfreundliche Arbeit jeweils 2000 Euro. Als „Hütte des Jahres“ wurden in den vergangenen drei Jahren das Wiesberghaus, das Oskar-Schauer-Haus/Sattelhaus und das Anton-Proksch-Haus ausgezeichnet. Die drei Hütten bekamen als Anerkennung jeweils 3000 Euro.
Für ihr besonderes Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit wurden elf Ehrenamtliche aus verschiedenen Ortsgruppen geehrt und vor den Vorhang geholt (siehe auch S. 14).
Zum Abschluss bedankten sich die Naturfreunde Österreich bei den Naturfreunden Niederösterreich für die hervorragende Organisation der Bundeskonferenz und des abwechslungsreichen Rahmenprogramms, das eine Wanderung, eine Stadtführung, eine besondere Käseverkostung im Rathaus und einen Galaabend geboten hat, sowie bei allen Beteiligten, die zum Gelingen der Bundeskonferenz beigetragen haben.