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Per Rad von Salzburg zum Neusiedler See

Seen eröffnen die Fahrt, Schluchten folgen, Steppe beschließt sie. Von Salzburg zum Neusiedler See gravelt man 693 Kilometer und bezwingt über 10.000 Höhenmeter.

Text und Fotos: Thorsten Brönner, Buchautor, Fotograf und begeisterter Radfahrer

 

 

1. Von Salzburg nach Hallstatt

Was verbindet die Mozartstadt mit dem Salz der Jungsteinzeit? 185 Kilometer Schotter. Die Festung schrumpft im Rücken, das Hügelland empfängt die Radler*innen. Hinter Thalgau glänzt der Fuschlsee, dann schraubt sich die Piste auf über 1450 Meter empor. Am Wolfgangsee endet die Abfahrt. Ab Strobl zieht der Weg zur Postalm hinauf. Weide, Kalk und Geröll prägen das Almgebiet, Kies mahlt unter den Reifen. Später stürzt die Route ins Lammertal hinab. Im Vorderen Gosausee spiegelt sich der Dachstein. Ein Anstieg auf 1510 Meter beschließt die Etappe. Tief unten wartet Hallstatt, wo Menschen seit der Bronzezeit nach Salz graben.

Schwierigkeit: ■■■

Toureninfo: ca. 14 Std./185 km/5000 Hm

2. Von Hallstatt nach Lunz am See

Woher hat das Gesäuse seinen Namen? Lautstark beantwortet die Enns die Frage. Der Hallstätter See glänzt zum Start. Über Altaussee und den Grundlsee klettert die Strecke rauf in die Berge. Auf 1200 Metern erreicht das Teilstück seinen Scheitel. Danach übernimmt die Enns. Der Ennsradweg streift Admont mit der größten Klosterbibliothek der Welt. Dahinter zwängen die Felswände des Nationalparks Gesäuse den Fluss ein. Aus Plätschern wird Getöse. Bei Großreifling löst die Salza ihn ab. Türkis schimmert das Wasser in seinem steinigen Bett. Durch Göstling zieht man weiter ins Ybbstal bis Lunz am See.

Schwierigkeit: ■■■

Toureninfo: ca. 12 Std./187 km/2600 Hm

3. Von Lunz nach Wiener Neustadt

Manche nennen die Ötschergräben den Grand Canyon Österreichs. Der Weg führt oben entlang. Hinter Lunz am See steigt die Naturparkstrecke zum Josefsberg hinauf. Von hier hat man einen schönen Blick auf den Ötscher, der mit seinen 1893 Metern das Mostviertel beherrscht. Der Naturpark Ötscher-Tormäuer schützt 170 Quadratkilometer Wald und Fels. Größer ist keiner in Niederösterreich. Ein Abstecher zum Kaiserthron belohnt mit einem Tiefblick auf die Ötschergräben. Später staffeln sich die Anstiege über Mariazell und das Gscheid. Bei Gutenstein laufen die Alpen aus. Das Piestingtal leitet hinab, und Wiener Neustadt beschließt den Tag.

Schwierigkeit: ■■■

Toureninfo: ca. 10 Std./157 km/2430 Hm

4. Von Wiener Neustadt nach Neusiedl am See

Auf die Alpen folgt die Steppe. Der Wechsel dauert keine 50 Kilometer. Jenseits von Eisenstadt blitzt der Neusiedler See durch den Schilfgürtel. Kaum zwei Meter tief füllt der österreichische Teil des Sees 320 Quadratkilometer. Rust trägt Storchennester auf den Dächern, Mörbisch entlässt Gravelbiker*innen Richtung Ungarn. Die Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See gehört seit 2001 zum Welterbe, Schloss Esterházy in Fertőd krönt sie. Im Seewinkel quert der Lackenradweg einen Flecken Erde voller Salzlacken. Ein Schild markiert den tiefsten Punkt Österreichs auf 114 Metern. Über Podersdorf schließt sich der Bogen vom Fels zum Wasser.

Schwierigkeit: ■

Toureninfo: ca. 9 Std./164 km/330 Hm

Buchtipp

Thorsten Brönner

Off Road Bikepacking

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192 Seiten, Bruckmann-Verlag, ISBN 978-3-7343-2154-2, 31,50 €

 

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