Text und Fotos: Agnes Straßer, B. Sc., Projektleiterin Nachhaltige Tourismusentwicklung und Erholungsnutzung bei der Naturfreunde Internationale (NFI)
Die Initiative „Respect Nature“ der Naturfreunde Internationale (NFI), der Naturfreunde Österreich, und der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) wurde bis 2030 verlängert und wird weiterhin Erholungsuchende zu einer nachhaltigen Freizeitnutzung in der Natur motivieren und ein respektvolles Miteinander sowie die Bewahrung der vielfältigen heimischen Arten und Lebensräume fördern.
Für 2026 sind bereits zahlreiche Aktivitäten mit Naturfreunde-Gruppen in Planung – von umweltpädagogischen Aktionen mit Volksschulkindern über geführte Wanderungen zu Naturfreunde-Hütten und Exkursionen mit Studierenden bis hin zu Müllsammelaktionen.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen unsere Wälder: Sie bedecken rund die Hälfte der Landesfläche Österreichs - mehr als vier Millionen Hektar mit etwa 3,5 Milliarden Bäumen. Doch Wald ist nicht gleich Wald: In Österreich gibt es 118 verschiedene Waldgesellschaften mit rund 65 Baumarten. Diese Vielfalt ist mehr als nur ein ästhetischer Wert, sie ist die Grundlage für stabile Ökosysteme, von denen auch wir Menschen unmittelbar profitieren.
Eine der wichtigsten Funktionen eines Waldes ist seine Rolle als Wasserspeicher. Der Waldboden wirkt wie ein Schwamm: Er kann bis zu sechsmal mehr Wasser aufnehmen als nicht bewaldete Flächen. Regen und Schmelzwasser werden gespeichert und nur langsam abgegeben. So werden Erosion und Murenabgänge verhindert, und der Wasserhaushalt wird ausgeglichen.
Wälder leisten einen entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz. Besonders eindrucksvoll zeigen das die Auwälder, die „Regenwälder“ Österreichs. Sie sind geprägt vom Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen dynamischen Lebensraum. Als natürliche Überschwemmungsgebiete bremsen sie den Wasserabfluss und tragen dazu bei, Hochwasserereignisse abzumildern.
Natürlich sind Wälder unverzichtbare Lebensräume. Unzählige Tierarten, von Insekten über Vögel bis hin zu Säugetieren, finden hier Nahrung, Schutz und Rückzugsorte. Totholz spielt dabei eine zentrale Rolle: Abgestorbene Bäume und Äste sind keine Wegwerfprodukte, sondern wertvolle Lebensräume. Der Schwarzspecht beispielsweise baut in morschem Holz seine Bruthöhlen. Da er besonders große Baumhöhlen anfertigt, schafft er auch Wohnraum für viele andere Tiere. Nachmieter von Schwarzspecht-Höhlen sind Hohltauben, Raufußkauz, Baummarder oder Siebenschläfer.
Totholz speichert Wasser, gibt Nährstoffe an den Boden ab und unterstützt die natürliche Erneuerung des Waldes.
Für uns Menschen sind Wälder zudem Orte der Erholung. Sie bieten Ruhe, frische Luft und Abstand vom Alltag. Spaziergänge zwischen Bäumen senken nachweislich Stress und fördern die Gesundheit. In einer immer hektischeren Welt sind Wälder wertvolle Gegenpole, Orte zum Durchatmen und Krafttanken.
Eines ist klar: Wälder sind nicht nur nützlich, sondern - gerade in Zeiten der Klimakrise - lebensnotwendig, für die Natur und für uns. Umso wichtiger ist es, sie mit Respekt zu behandeln und nachhaltig zu schützen. Jede(r) Einzelne von uns kann dazu beitragen, diese kostbaren Ökosysteme zu bewahren. Nur wenn wir heute verantwortungsvoll handeln, können wir sicherstellen, dass auch kommende Generationen die Vielfalt unserer Wälder erleben können. Die Initiative „Respect Nature“ bringt auf den Punkt, was zählt: Respekt, Schutz und Verantwortung für unsere Wälder.
Naturfreunde-Gruppen, die sich gerne mit einer Aktivität beteiligen möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei agnes.strasser@nf-int.org zu melden!
Aktuelle Infos zu den geplanten Aktivitäten findest du unter #WeRespectNature auf Instagram respect_nfi und Facebook respect-NFI.
Detailinfos findest du auf der Website
der Naturfreunde Internationale >
der Naturfreunde Österreich >