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Skitourenlenkungskonzepte

Positionspapier der Naturfreunde zum Thema Skitourenlenkung

Wo werden bereits Skitourenlenkungsmaßnahmen umgesetzt?

Es gibt dazu keine österreichweiten Daten - Medienberichten und Publikationen ist zu entnehmen, dass es in Tirol 11 Skitourenregionen (5 davon in Osttirol), mit Lenkungskonzepten gibt. Dieses Instrument dürfte somit am häufigsten in Tirol eingesetzt werden.

Skitourenlenkungskonzepte gibt es aber auch in anderen Bundesländern, so etwa in Salzburg im Großarltal, in der Steiermark im Gesäuse und im Triebental und am Göller in Niederösterreich. In Oberösterreich ist aktuell ein Skitourenlenkungskonzept für die Pyhrn-Priel-Region in Ausarbeitung, von den Initiatoren ist dieses Konzept als „Vorbild“ für andere oberösterreichische Regionen angedacht. 

 

Einbindung der Naturfreunde in die Erarbeitung dieser Lenkungskonzepte:

Bei den genannten Skitourenlenkungskonzepten waren die Naturfreunde (und der Alpenverein) in der Entwicklung eingebunden. In den Publikationen und Schautafeln scheinen die Naturfreunde auch als Beteiligte und Unterstützer auf.

Während die Skitouren-Lenkungskonzepte in Tirol ganz gut dokumentiert sind (und auch laufend evaluiert werden) fehlt von den anderen Bundesländern ein ähnlich umfassender Überblick. Das Skitourenreferat beabsichtigt daher mit Hilfe der Landesorganisationen eine Erhebung zum Thema „Iststand Skitourenlenkungskonzepte“ in den anderen Bundesländern durchzuführen.

 

Skitourensport boomt

Mit Tourenskiern in den Bergen unterwegs zu sein hat im gesamten Alpenraum eine große Tradition. Lange bevor die ersten Lifte gebaut wurden, waren die frühen Skipioniere bereits mit Steigfellen in der winterlichen Bergwelt unterwegs. In den letzten Jahrzehnten ist der Skitourensport zum Massenphänomen geworden und beschert der Bergsportindustrie seit Jahren steigende Umsatzzahlen. 

Die Tatsache, dass zunehmend mehr Menschen ihre Freizeit in der Natur zu jeder Jahreszeit verbringen, sehen die Naturfreunde positiv: Sich in der Natur zu bewegen ist beste Gesundheitsvorsorge! Die Corona-Pandemie hat das Bedürfnis, freie Zeit in der Natur (zu jeder Jahreszeit) zu verbringen noch verstärkt.

Mit dieser dynamischen Entwicklung des Skitourensports sind auch Konflikte häufiger geworden, zwischen Skitourengehern und Grundeigentümern bzw. anderen Naturnutzern wie etwa der Jagd. Genauso hat diese Entwicklung natürlich auch Auswirkungen auf die Natur bzw. die Tierwelt. Störungen durch Jagd, Landnutzung und Tourismus haben den Lebensraum vieler Wildtiere eingeschränkt.

Wird´s „eng“ in der Natur? Es steht außer Diskussion, dass immer mehr Menschen immer mehr Zeit in der Natur verbringen, indem sie Erholungsaktivitäten aller Art betreiben, aber auch, um sich durch die Natur zu erholen. Dabei sollte aber nicht übersehen werden, dass nicht nur die Zahl der Erholungsuchenden steigt, auch der Wildbestand steigt genauso wie die Zahl der Jäger:innen (und vermutlich hat beides miteinander zu tun).

 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wird Besucherlenkung gefordert und werden immer öfter Skitourenlenkungskonzepte entwickelt und umgesetzt.

 

Skitourenlenkung, ja aber …

Die Naturfreunde verstehen sich seit ihrem Bestehen sowohl als alpine Freizeitorganisation als auch als Umwelt- und Naturschutzorganisation.

Die Naturfreunde haben sich erfolgreich für das freie Wegerecht eingesetzt, sie stehen natürlich zu ihrer Verantwortung, den der freie Zugang zur Natur mit sich bringt.

Daher sehen die Naturfreunde grundsätzlich in Lenkungskonzepten in bestimmten Situationen ein geeignetes Instrument um die Interessen und Bedürfnisse von Outdoor-Sportler (in diesem Fall Skitourengehern) und anderen Naturnutzern mit den Erfordernissen des Naturschutzes in Einklang zu bringen.

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