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Auf stillen Pfaden zu den Landschitzseen

Mit mehr als 300 Bergseen zählen die Niederen Tauern zu den wasserreichsten Gebirgslandschaften in den Ostalpen. Die Auswahl an schönen Wanderzielen ist dementsprechend groß. Die drei Landschitzseen im Lessachtal gehören zu Herbert Raffalts absoluten Favoriten.

 

Text und Fotos: Herbert Raffalt, Bergführer und Fotograf

 

Ausgangspunkt der Tour zu den drei Landschitzseen in den Schladminger Tauern ist die Laßhoferalm im hinteren Lungauer Lessachtal. Erreichbar ist die beliebte Jausenstation Laßhoferhütte (1270 m) über eine gebührenpflichtige, gut ausgebaute Mautstraße. Vom Parkplatz geht es zu Fuß auf einem Forstweg gemütlich taleinwärts. Schon nach kurzer Gehzeit erreichen wir eine Wegkreuzung mit der Beschilderung „Landschitzseen“. Hier schwenken wir nach rechts in das Landschitzbachtal, ein Seitental des Lessachtals. Der zunächst flache Waldweg mit der Nummer 784 wird bald steiler. Es geht abwechslungsreich über Baumwurzeln hinweg und am schäumenden Landschitzbach entlang bis zur Bacheralm. Kurz nach den kleinen Almhütten gelangen wir zum „Kühseelein“. Von hier ist es nicht mehr weit zum ersten der drei Landschitzseen (1778 m). Nach einer kurzen Steilstufe und etwa 2 Stunden Gehzeit kommt man zu diesem prächtig gelegenen Bergsee. Etwas oberhalb der blitzblauen Wasseroberfläche ladet eine kleine Almhütte samt Brunnen zu einer ersten Pause ein.

 

 

Tolle Fotomotive

Danach wandern wir auf der rechten Uferseite weiter aufwärts zum Mittleren (1937 m) und Oberen Landschitzsee (2050 m). Der mittlere See wird von steilen Wänden flankiert. Der Wanderpfad führt gut angelegt am rechten Hang entlang. Immer wieder eröffnen sich atemberaubende Ausblicke und lohnende Fotomotive. Nach insgesamt 3,5 Stunden Gehzeit erreichen wir unser Tagesziel: den gut zugänglichen Oberen Landschitzsee. Das Naturjuwel liegt von Bergen umrahmt am Fuße des Hochlahnecks, inmitten eines mächtigen Kessels. Das Beste an der Lage ist der Blick nach Nordwesten zum höchsten Gipfel der Schladminger Tauern, dem Hochgolling (2863 m). Bei Windstille spiegelt sich die markante Gipfelpyramide im See. Spätestens jetzt lohnt es sich, eine gute Kamera im Rucksack zu haben. Solche Motive bekommt man schließlich nicht jeden Tag vor die Linse. Nachdem der gespiegelte Hochgolling erfolgreich fotografiert wurde, kann man über weitere Pläne nachdenken. Falls es die Temperaturen zulassen, kann man im Hochsommer einen Sprung ins kühle Nass wagen. Was gibt es Schöneres als ein erfrischendes Bad in einem glasklaren Bergsee?

 

 

Für Konditionsstarke

Wer trotz des langen Anstiegs noch über Energie verfügt, kann vom Oberen Landschitzsee das nahe Schöneck (2540 m) in ca. 1,25 Stunden besteigen. Die zusätzlichen 500 Höhenmeter sind aber nur gut trainierten Bergwanderinnen und -wanderern zu empfehlen. Immerhin wartet auf einen noch ein langer Abstieg ins Tal.

 

 

Toureninfos

Talort: Tamsweg im Lungau

Wegverlauf: Parkplatz Laßhoferhütte-Unterer Landschitzsee-Mittlerer Landschitzsee-Oberer Landschitzsee; Abstieg wie Aufstieg

Gehzeit für die gesamte Runde: 5-6 Std./900 Hm. 

Wegverlauf

Im Oberen der drei Landschitzseen spiegelt sich an klaren Tagen der Hochgolling.
Beim Unteren Landschitzsee ist es Zeit für eine erste Jause.
Der Mittlere Landschitzsee
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