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Blick auf den Kleinen Ödsee

Seenwanderungen im Salzkammergut

Abwechslungsreiche Wanderungen, traumhaft gelegene Seen und unvergessliche Ausblicke: Das Salzkammergut zeigt sich auf den hier vorgestellten Routen von seiner schönsten Seite. Zwischen Almen, Fels und Wasser warten Naturerlebnisse für Genießer*innen und Gipfelstürmer*innen.

 

Text: Monika Luckeneder und Lisa Loderbauer, Buchautorinnen; Fotos: Lisa Loderbauer, Tourismusverband/Schafbergbahnen, Philipp Freund

 

 

Die Tauplitz: 6-Seen-Wanderung

Im steirischen Salzkammergut, im Bezirk Liezen bei Bad Mitterndorf, liegt auf 1650 Metern Höhe die Tauplitzalm, das höchste Seenplateau Europas - eine beeindruckende Landschaft aus kalkgrauen Bergmassiven, glasklaren Seen, blühenden Almwiesen, sanften Wanderwegen und urigen Hütten. Besonderes Highlight: Gleich sechs Bergseen lassen sich hier auf einer abwechslungsreichen Rundtour entdecken. Die rund sechs Stunden lange Wanderung kann je nach Kondition flexibel in Etappen aufgeteilt werden.

 

Die Tauplitzalm erreicht man entweder bequem mit dem Vierersessellift von Tauplitz aus oder von Bad Mitterndorf über die rund zehn Kilometer lange Mautstraße. Die gut ausgeschilderte „6-Seen-Wanderung“ führt vom Tauplitzalmdorf zunächst zum Krallersee, einem dunkel schimmernden Moorsee, am Fuße des Lawinensteins. Im Uhrzeigersinn geht es weiter zum Großsee, ehe einen wenige Minuten später der smaragdgrün leuchtende Märchensee empfängt.

 

Weiter ostwärts wandert man zum Tauplitzsee und steigt von dort hinauf zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Tour: dem Werner- oder Steirerseebankerl. Der Blick auf die markanten Felswände von Sturzhahn und Großem Tragl ist ebenso eindrucksvoll wie der Tiefblick zum türkis glitzernden Steirersee, dessen kleine Inseln beinahe karibisches Flair vermitteln.

 

Nach einer ausgiebigen Rast führt der Weg über die Sonnleiten in sanftem Auf und Ab weiter zu einer Anhöhe, von der man steil zum Schwarzensee absteigt. Auf dem Rückweg passiert man erneut den Steirersee, der mit seinen hellen Uferzonen, seinem eiskalten Wasser und der stillen Bergkulisse ein perfekter Ort zum Innehalten ist. Über die Steirerseehütten gelangt man zurück zum Ausgangspunkt.

 

Wanderung zum idyllischen Duo Kleiner und Großer Ödsee

Wanderromantik pur erwartet einen bei den Ödseen im Almtal – ein ideales Ziel für die ganze Familie. Je nach Jahreszeit locken warme Badeseen, Beeren und Pilze, einfache Wanderwege und Spielmöglichkeiten für Groß und Klein. Kulinarisch versorgt wird man im Almtalerhaus, das Ausgangspunkt für zahlreiche Touren ins Tote Gebirge ist, etwa auf den Großen Priel.

 

Um zum Almtalerhaus (714 m) zu kommen, fährt man von Grünau im Bezirk Gmunden Richtung Almsee. Nach etwa 17 Kilometern zweigt beim ehemaligen Gasthaus Jagersimmerl eine sechs Kilometer lange Straße zu den Ödseen ab. Bereits die Anfahrt entlang des mäandernden Straneggbachs ist ein Erlebnis – schmal, kurvig und landschaftlich reizvoll. Besonders schön ist es, diese Strecke mit dem Rad zu fahren: So bleibt mehr Zeit zum Genießen, und die rasante Abfahrt sorgt für zusätzlichen Spaß.

Vom Almtalerhaus aus kann man in rund eineinhalb Stunden beide Seen umrunden. Ambitionierte Wanderinnen und Wanderer machen einen Abstecher zum Aussichtspunkt Herrentisch (876 m): Der steile, teils alpine Weg führt in etwa eineinviertel Stunden zu einem Bankerl, von dem man einen herrlichen Blick auf beide Seen hat – ein idealer Ort für eine ausgedehnte Jause.

 

Für Familien mit kleineren Kindern bietet sich ein entspannter Spaziergang zum Kleinen Ödsee an. Sein sandiges Ufer, das kristallklare, türkisfarbene Wasser und kleine Fische, die neugierig um die Füße schwimmen, machen ihn besonders einladend. Der Große Ödsee hingegen punktet mit etwas wärmerem Wasser, Badebuchten und Sprungfelsen. Der Rückweg erfolgt gemütlich über die Straße zurück zum Almtalerhaus.

 

Übrigens: Auch im Frühling und Herbst entfaltet die Landschaft rund um den Kleinen und Großen Ödsee eine ganz besondere Atmosphäre.

 

 

Der Schafberg und seine drei Seen

Der Schafberg (1783 m) zählt zu den bekanntesten Bergen des Salzkammerguts. Er bietet zahlreiche Aufstiegsvarianten für jedes Niveau. Weniger bekannt ist jedoch, dass sich hinter seiner steil abfallenden Nordwand drei idyllische Karseen verbergen: Mönichsee, Mittersee und Suissensee.

Schon am Wolfgangsee beeindruckt einen der markante Berg. Beim Aufstieg von St. Wolfgang aus verändert sich die Landschaft stetig: Dichte Mischwälder gehen in felsdurchsetzte, wiesenreiche Steilhänge über, bis sich schließlich die schroffe Gestalt des Schafbergs vor einem aufbaut. Hinter seinen Felswänden liegen die drei Seen – stille, kühle Naturjuwele in hochalpiner Kulisse.

 

Wer es gemütlicher angehen möchte, benützt die Schafbergbahn, die von St. Wolfgang in rund 50 Minuten fast bis zum Gipfel führt. Von dort sind nur noch wenige Höhenmeter zu Fuß zu bewältigen. Der Abstieg, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, erfolgt über die seilversicherte Himmelspforte. Über den Suissensee gelangt man zum Mittersee und weiter zum Mönichsee, bevor man schließlich zurück nach St. Wolfgang absteigt.

 

Der kleine Schönberg

Der Kleine Schönberg (895 m) macht seinem Namen alle Ehre: ein eindrucksvoller Felsvorsprung, der spektakuläre Ausblicke auf den Traunsee eröffnet, der mit 191 Metern als tiefster See Österreichs gilt.

Ausgangspunkt dieser rund dreistündigen Tour ist der Umkehrparkplatz am Ende der Traunsteinstraße in Gmunden. Von hier aus führt entweder der direkte Weg durch die Traunstein-Tunnel zum Einstieg oder – landschaftlich deutlich reizvoller – entlang des Schotterufers am Traunsee. Steile Felswände, sanfte Wellen und der optionale Miesweg sorgen bereits im Zustieg für unvergessliche Eindrücke.

Der Anstieg erfolgt über wurzelige Waldwege und felsige Passagen und ist durchgehend steil. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind besonders im Gipfelbereich und am ausgesetzten Grat erforderlich. Schließlich erreicht man das frei stehende Gipfelkreuz (erneuert 2024) sowie eine exponierte Felskanzel, die mit einem atemberaubenden Blick über den Traunsee belohnt.

 

 

Auf den Traunstein

Der Traunstein mag mit seinen 1691 Metern nicht der höchste Gipfel sein, seine Besteigung wird jedoch oft unterschätzt. Drei Routen führen hinauf: der Hernlersteig, der Naturfreunde-Steig und der Mair-Alm-Steig; der Ausgangspunkt dieser drei Routen ist der Umkehrplatz am Ende der Traunsteinstraße. Diese anspruchsvollen Anstiege erfordern Respekt, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Kletterkenntnisse und gute Kondition. Wer den Traunstein erklimmt, wird mit einem beeindruckenden Panorama belohnt. Eine Einkehr im Traunsteinhaus (1580 m) der Naturfreunde rundet das Bergerlebnis kulinarisch ab (traunsteinhaus.naturfreunde.at).

 

Tipp: Wenn man im Traunsteinhaus übernachtet, Stirnlampen einpacken und den Sonnenuntergang am Gipfel erleben!

 

Wenn die Anreise mit der Traunsee-Schifffahrt erfolgt, steigt man bei der Anlegestelle Hoisn aus und geht ca. 1 km zu Fuß bis zum Umkehrplatz.

Blick auf den Traunstein mit dem Traunsteinhaus der Naturfreunde
Buchtipp

Lisa Loderbauer, Monika Luckeneder

76 Seen im Salzkammergut

Wanderungen und Bergtouren

392 Seiten, Kral-Verlag, ISBN 978-3-99103-038-6, 23,60 €

 

See und Berg - das perfekte Rezept, nicht nur für den Sommer. Mit diesem Wanderführer kann man den zahlreichen Seen des Salzkammerguts auf wunderbaren Routen einen Besuch abstatten. Das liebevoll als zehntes Bundesland bezeichnete Salzkammergut hat eine Fülle von paradiesischen Plätzen parat!

Die Tauplitz ist ein Paradies mit Bergen und Seen.
Beeindruckende Perspektiven bietet die steilste Zahnradbahn Österreichs
Sonnenuntergang auf der Schafbergspitze
Der Steirersee
Am Naturfreundesteig auf den Traunstein
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