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Fair zur Natur im Mai

Deine Stimme zählt!

 

Brexit, EU-Außengrenzen, Glyphosat, Klimaschutz. Täglich wird in den Medien Angst und Unsicherheit geschürt. Angst, die Europa spaltet. Noch nie waren die Themen der EU-Wahl so heiß umstritten. Und noch nie war es so wichtig, seine Stimme wohl überlegt abzugeben. Immerhin: Es geht um unsere Zukunft und die unserer Kinder. In
welchem Europa sollen sie aufwachsen?

 

Am 26. Mai wählen wir ein neues EU-Parlament, welches die Interessen von über 500 Millionen BürgerInnen vertritt. Und auch, wenn es gerne anders dargestellt wird: Die Entscheidungen innerhalb der EU können von uns WählerInnen aktiv beeinflusst werden. Wir haben mit dem SPÖ Landtagsabgeordneten und Naturfreunde Mitglied Dr. Günther Sidl gesprochen, worauf es ihm bei dieser Wahl ankommt.

 

 

Naturfrende: Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Wie siehst du die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung in Europa? 

 

Günther Sidl: Gerne - auch wenn mein Terminplan im Moment sehr eng ist: Fragen über die EU-Wahl zu beantworten, steht für mich an oberster Stelle. Es ist wichtig, den Menschen die Unsicherheit zu nehmen. Sie sollen in der Lage sein, eine für sie gute Wahl zu treffen. Gerade bei dieser Wahl steht ja viel auf dem Spiel: Auf europäischer Ebene haben zerstörerische Kräfte, Demagogen und Rechtspopulisten gerade Hochsaison. Sie schüren gekonnt Angst und Unsicherheit. Sie spalten Europa, unsere Gesellschaft und gefährden unsere Zukunft. Wir leben erstmals seit vielen Jahren wieder in einer Zeit des Abbaus der Demokratie. Das halte ich für alarmierend und brandgefährlich. Man muss sich dem Trend des Gegeneinanders, des Zerstörens eines gemeinsamen Europas sowie dem Rückbau von Freiheiten entgegenstellen. Und man darf nicht der Steigbügelhalter einer solchen Politik sein. 

 

 

Naturfrende: Welche Themen sind für dich besonders wichtig?

 

Günther Sidl: Vieles was wir in Niederösterreich umsetzen, wird in Straßburg und Brüssel entschieden. Daher ist es für unser Land nicht egal, wer dort arbeitet und mitbestimmt. Ich möchte meine Rolle sehr aktiv anlegen. Ich werde mich sicher nicht in Brüssel verstecken, sondern mich für mehr Dialog und Austausch zwischen Niederösterreich und der EU einsetzen. Ich möchte ein starker Niederösterreich-Botschafter in Brüssel sein. Europa muss ein Stück weit österreichischer werden. Wir sind Vorbild bei der Qualität unserer Lebensmittel und dem hohen Bio-Anteil, hinsichtlich der Qualität unseres Wassers, den Umweltstandards und im Gesundheitssystem. Mich würde der Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit besonders interessieren. Ganz konkret möchte ich mich zum Beispiel für ein europaweites Verbot von tödlichen Umweltgiften einsetzen. Aber auch für einen verstärkten Einsatz gegen den Klimawandel. Auch unser Wasser muss vor Privatisierung und Zugriff durch große Konzerne geschützt werden. 

 

 

Naturfrende: Stichwort Umweltgifte: Warum ist dir das so wichtig? 

 

Günther Sidl: Es geht mir um Respekt – Respekt für alle Lebewesen. Es kann nicht sein, dass Bienen und Insekten durch unsere Umweltgifte sterben. Mit allen negativen Auswirkungen auf das Öko-System. Und am Ende landen die giftigen Substanzen auf unseren Tellern. Natur- und Tierschutz gehören einfach zu einem solidarischen Gesellschaftskonzept  dazu. Wir haben im NÖ-Landtag versucht ein Glyphosat-freies Niederösterreich umzusetzen. Ebenso haben wir versucht die neuerliche Zulassung von bereits verbotenen Pestiziden zu verhindern. Das ist alles an der Mehrheitsfraktion gescheitert. Daher ist es nicht egal wer in welchen Parlamenten sitzt. Zulassungsbehörden und politische Verantwortungsträger müssen Umwelt, Natur und Menschen in den Mittelpunkt stellen und keinesfalls die Interessen der Groß-Konzerne. Einen kleinen Erfolg gab es mit dem Urteil des EU-Gerichts, nachdem jetzt wenigstens Studien über das Krebsrisiko bei Einsatz von Glyphosat öffentlich gemacht werden müssen. Bisher waren diese geheim. 

 

 

Naturfrende: Gerade Wasser ist bei uns in Österreich ein emotionales Thema. Wie ist da deine Position? 

 

Günther Sidl: Der Zugang zu sauberem Wasser ist und bleibt ein Menschenrecht – deswegen werde ich entschieden gegen Privatisierungen auftreten. Unser Wasser ist es wert, darum zu kämpfen und es zu schützen, sei es vor Umweltgiften, Verunreinigung oder eben Privatisierung. Wasserversorgung darf niemals Profitinteressen dienen. Für mich steht absolut außer Diskussion, dass die klein strukturierte und öffentliche Wasserversorgung in Österreich erhalten bleiben muss. Es ist daher auch wichtig, schon im Kleinen eine Liberalisierung oder gar Privatisierung im Keim zu ersticken: Unser Wasser muss Eigentum der Bürgerinnen und Bürger bleiben! Dafür braucht es aber auch einen klaren Auftrag der Wählerinnen und Wähler. Daher ersuche ich um eine persönliche Vorzugsstimme durch Hinschreiben meines Namens.

 

 

Naturfrende: Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute!

 

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