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Fair zur Natur im November

Kommt die Energiewende?

 

Nach wie vor werden 80 % des weltweiten Energiesystems durch fossile Stoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle gespeist. Was einst technischen Fortschritt und Wohlstand verhieß, führt heute immer öfter zu Kriegen und Konflikten und zerstört unsere Umwelt.

 

Auch Österreich importiert nach wie vor etwa 70 Prozent seines Energiebedarfs in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle. Der Preis dafür ist allerdings hoch: Der Abbau und Transport dieser fossilen Brennstoffe ist mit enormen Kosten für Klima- und Umweltschäden verbunden - wir alle kennen die Bilder von gigantischen Ölteppichen, die unsere Meere verpesten oder den katastrophalen Arbeitsbedingungen in Kohleminen. Außerdem sind die Länder, aus denen diese Brennstoffe bezogen werden, zum Teil politisch höchst instabil (Syrien, Libyen, Nigeria oder der Irak). Um den permanenten Energie-Nachschub aus diesen Regionen zu gewährleisten, sind hohe Sicherheitsaufwendungen erforderlich.

 

Da sind erneuerbare Energiequellen aus Wasser, Wind, Geo- oder Sonnenenergie um einiges nachhaltiger, “sauberer”  und umweltverträglicher. Immer lauter wird deshalb die Forderung nach dem Ausbau alternativer Energiequellen und den Stopp des Abbaus fossiler Brennstoffe.

 

Ein Schritt nach vorne

Protestaktionen wie etwa kürzlich rund um den Hambacher Forst in Deutschland machen auf die Problematik aufmerksam und nicht erst seit dem Pariser Klimaabkommen steht fest: Um unseren Planeten zu retten, bedarf es einer weltweiten und konsequenten Energiewende.

 

Zwar dominiert auch in Österreich nach wie vor die Energiegewinnung durch fossile Stoffe, die erneuerbaren Energieträger sind jedoch auf dem Vormarsch. Es wird prognostiziert, dass neben Rohstoffen aus der Forst- und Holzwirtschaft in Zukunft verstärkt neue Ressourcen von heimischen landwirtschaftlichen Flächen und Abfällen an Bedeutung gewinnen werden.

 

Auch gibt es bereits einige gute Ansätze seitens der Politik: Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus etwa unterstützt Gemeinden und Regionen bei ihrem Weg zur lokalen Energiewende in den Bereichen Raumordnung, öffentliche Gebäude, Energieversorgung, Mobilität, Beschaffung und Bewusstseinsbildung.

 

Und natürlich kann jeder einzelne von uns dazu beitragen, Energie zu sparen: Auf der Seite e-control.at findet man zum Beispiel jede Menge Energiespartipps und Infos, die in der Praxis leicht umzusetzen sind und noch dazu Geld sparen.

 

Im Haushalt:

  • Beim Kochen Deckel auf den Topf & Nutzung der Resthitze
  • Ausnutzung der Füllkapazitäten bei Geschirrspüler & Waschmaschine
  • Kühlgeräte nicht neben Wärmequellen stellen
  • Regelmäßige Reinigung, Pflege und Wartung von Geräten, z.B. Entstauben der Rückseite oder Abtauen von Kühlschränken
  • Beim Kauf von Elektrogeräten auf die Energiekennzahlen achten   
  • Auf den Stand-by-Betrieb nach Möglichkeit verzichten: Schätzungen ergeben, dass in Österreich jährlich 1 TWh (Terawattstunde) an Strom ausschließlich für den Stand-by-Betrieb von Geräten verbraucht wird
  • Leuchtmittel und Lichtfarbe je nach Einsatzbereich auswählen
  • Effiziente Nutzung des Warmwasserboilers: Lesen Sie die Bedienungsanleitungen und nutzen Sie die Bedienelemente, um die Geräte genauer einzustellen und besser zu regulieren
  • Wartung, Pflege und Reinigung des Warmwasserboilers, z.B. regelmäßiges Entkalken
  • Verwendung von Spar-Duschköpfen und Aufsätzen bei Wasserhähnen
  • Warmwasser nicht unnötig laufen lassen, z.B. beim Zähneputzen oder vor und nach dem Duschen
  • Geschirrspüler statt Handwäsche: auch wenn es auf den ersten Blick unwahrscheinlich scheint, aber ein effizient genutzter Geschirrspüler ist weitaus energiesparender als das händische Abwaschen

 

Beim Heizen:

  • Räume nicht überhitzen: Bereits 22° bis 23° C reichen völlig für ein angenehmes Raumklima. Eine konstante und permanente Temperaturabsenkung von nur 1° C bringt bereits eine Energieeinsparung von 5 %,
  • Temperaturabsenkung in der Nacht bzw. am Tag, wenn niemand zu Hause ist
  • Verwendung von Thermostaten zur Regulierung der Raumtemperatur
  • Stoßlüften statt Fenster kippen
  • Heizkörper nicht mit Möbeln verstellen
  • Verbrauchskontrolle = Kostenkontrolle: wer sich einen Überblick hinsichtlich seines Energieverbrauches schafft, hat bessere Kontrolle und kann besser handeln
  • Einfache Dämmmaßnahmen, z.B. bei Fenstern und Türen oder Nutzung von Vorhängen bei offenen Räumen oder Durchzugsbereichen
  • Wartung, Pflege und Reinigung der Heizungsanlage, z.B. Entlüften der Heizkörper, Wartung der Gastherme, richtige Einstellung der Therme, etc.
  • Isoliermaßnahmen bei Heizungsanlagen, z.B. Isolierung der Rohre, Nutzung von Schutzfolie beim Verlauf entlang an Außenwänden

 

Wohnraumsanierung:

  • Thermische Gebäudesanierung durch Dämmung von Wänden und Decken
  • Tausch von Fenstern und Türen
  • Heizungstausch
  • Installation einer Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung
Weitere Informationen

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