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Fair zur Natur im Oktober

SoZuLeben-SOzialen ZUsammenhalt leben.

Die Naturfreunde NÖ haben im August & September dieses Jahres Kletter-Aktionstage in Traiskirchen veranstaltet. Hier hatten unbegleitete Flüchtlingskinder & Jugendliche die Möglichkeit, ihre motorischen und sozialen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und vor allem: dem Alltag & der Angst kurz zu entfliehen.

 

Kein Thema beschäftigt Österreich derzeit so stark wie die aktuelle Flüchtlingssituation. Es wird viel darüber diskutiert, verhandelt, berichtet. Und: Es wird auch geholfen. Gerade die Zivilbevölkerung hat in den letzten Tagen und Wochen einiges an Zivilcourage bewiesen: Da wurden spontan Decken & Kleider gesammelt, an den Bahnhöfen wurde Essen verteilt und es wurde angepackt, wo es nur ging. Doch was passiert eigentlich nach dieser Erstversorgung? Mit all jenen, die in Österreich bleiben, sich hier ein neues, sicheres Leben aufbauen wollen?

 

Dass gerade in Flüchtlingsunterkünften wie etwa Traiskirchen die aktuelle Situation ziemlich prekär ist, ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr. Zu viele Menschen und zu wenige Ressourcen. Da ist man schon froh, wenn ein Großteil der Leute zumindest grundversorgt ist. Mit einem Schlafplatz, Essen, Kleidung. Dass es hier vor allem die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sehr schwer haben - derzeit schlafen etwa 1.000 Flüchtlingskinder im Freien - liegt auf der Hand. Und auch sonst ist es gerade als Kind ganz allein unter Fremden Menschen in einem Land, das man nicht kennt, sehr schwierig.

 

Um den Kindern & Jugendlichen in Traiskirchen das Leben etwas freundlicher zu gestalten, haben die Naturfreunde NÖ ebenfalls ordentlich angepackt und unter dem Motto „So zu leben“ Kletter-Aktionstage veranstaltet, die in den umliegenden Klettergärten stattgefunden haben. Auf den mobilen Klettertürmen & Slacklines der Naturfreunde konnten die Kinder in einer angstfreien und animierenden Atmosphäre ihre ersten Kletter-Erfahrungen sammeln. So hatten sie die Möglichkeit, ihren natürlichen Bewegungs- & Spieltrieb auszuleben. Ein weiterer positiver Nebeneffekt, der zu beobachten war: Viele der Jugendlichen haben nach ihren ersten Kletterrunden ihre Schüchternheit abgebaut und haben neue Bekanntschaften geschlossen.

 

Bis jetzt war die Aktion ein voller Erfolg: An 4 Nachmittagen haben jeweils 400-600 Kinder & Jugendliche teilgenommen. Tamara Ladinger von den Naturfreunden NÖ: „Ich denke, es hat allen ganz gut gefallen. Es waren auch einige Erwachsene Flüchtlinge dabei, die mitgemacht haben. Alle waren offen, gut gelaunt und sehr stolz, mitmachen zu dürfen.“

 

Auch für die Naturfreunde NÖ & den beteiligten Helfern waren die Kletter-Aktionstage eine Bereicherung. Denn nur, wer auf andere zugeht, kann sich ein Bild von der Situation machen, Vorurteile abbauen. Tamara Ladinger erinnert sich: „Gleich am ersten Tag der Kletter-Aktionstage haben wir vor Ort einen Stand mit Kuchen aufgestellt. Wir hatten noch gar nicht fertig aufgebaut, da kam eine Gruppe Jugendlicher auf uns zu. Doch wer denkt, sie wollten nur die ersten am Kuchenbuffet sein, der irrt. Was sie wollten war: uns beim Aufbau helfen. So viel Freundlichkeit & Hilfsbereitschaft - das hat uns allen beinahe die Sprache verschlagen!“

 

Weitere Kletter-Aktionstage sind bereits in Planung. Wer möchte, kann gerne mitmachen & mithelfen. Anfragen diesbezüglich nehmen wir gerne jederzeit per Mail entgegen: niederoesterreich@naturfreunde.at

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